Forschungsaktivitäten


Forschungsaktivitäten

1989-1995 Koordinierung der interdisziplinären Forschungen bei der deutschen Milet-Grabung, Türkei 
1996-2001

Forschungen zur frühen Metallurgie im Kaukasus 

1990-1995

Forschungen zur frühen Eisengewinnung auf der Schwäbischen Alb. Gemeinsames Forschungsvorhaben des Deutschen Bergbau-Museums und des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg, Stuttgart

 

Mitarbeit an verschiedenen Projekten zur frühen Eisenmetallurgie in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Gemeinsames Forschungsvorhaben mit LDA Schleswig und Schwerin. 

 Seit 1992

Archäometrische Forschungen zur Herkunftsbestimmung archaischer Keramik: Milet, Klazomenai, Daskyleion.

 

Durchführung von Forschungen zur frühen Metallurgie in Anatolien: Asikli Höyük, Canhasan, Mersin Yumuktepe, Anzaf Kale, Milet, Klazomenai, Phokaia, Tülintepe, Asagipinar, Kanligeçit.

 1992-1996

Geoarchäologische Forschungen im Umfeld von Milet, Klazomenai und Magnesia, West Türkei

 

Betreuung von verschiedenen Studienarbeiten und einer Dissertation; zusammen mit Prof. Schröder, Bochum  

 Seit 2003 Forschungen zur Erfassung des frühen Bergbaus in Anatolien. Gemeinsames Projekt mit MTA, Ankara (Geologischen Landesamt Türkei)



Aktuelle Forschungsprojekte


Bergbau und Metallurgie in Anatolien (seit 2009, DFG-Projekt) 

 

Das Projekt "Früher Bergbau und Metallurgie in Anatolien" ist ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben, das sich die Beprobung und geochemische Charakterisierung von Lagerstätten sowie die Erfassung des prähistorischen bis antiken Bergbaus in Anatolien, einer der wichtigsten Bergbauregionen in der Alten Welt, zum Ziel gesetzt hat. Im Vordergrund stehen grundlegende Fragen nach dem Beginn und der Struktur des Bergbaus in Anatolien, die nicht nur unter technologischer und lagerstättenkundlicher Sicht, sondern auch unter kulturhistorisch-wirtschaftsarchäologischen Aspekten behandelt werden.

 


Im Rahmen des von der DFG geförderten Projektes werden die Bergbaubezirke Zentral-Anatoliens in einem Pilotgebiet untersucht. Dabei werden Lagerstätten aufgesucht, nach alten Bergbauspuren untersucht und zur geochemischen Analyse beprobt. Mit Anwendung von geochemisch-isotopenanalytischen Methoden werden dabei Kennwerte der wichtigsten Lagerstätten im Pilotgebiet ermittelt und eine breite Basis für Provenienzstudien archäologischer Metallfunde geschaffen.

Die Geländearbeiten werden vom Directorate of Mineral Research and Exploration, Ankara (MTA), unterstützt. 

 

 
Metallfunde der Frühbronzezeitlichen Fürstengräber von Alacahöyük (seit 2009, gefördert von der Fritz-Thyssen-Stiftung)

Das Projekt "Metallfunde der frühbronzezeitlichen Fürstengräber von Alacahöyük" ist ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben, das sich die Beprobung, Analyse und geochemische Charakterisierung von Metallobjekten aus Alacahöyük (Zentralanatolien) zum Ziel gesetzt hat. 

Die frühbronzezeitlichen Metallfunde von Alacahöyük zählen zu den berühmtesten Fundkomplexen im gesamten Vorderen Orient. Trotz seiner kulturhistorisch so wichtigen Stellung in der Entwicklung der Metallurgie fehlen dennoch weitestgehend die naturwissenschaftlichen Analysen. Im Museum für anatolische Zivilisationen von Ankara liegen zahlreiche bisher nicht analysierte Objekte aus Gold, Silber, Elektron, Kupfer und Bronze. Im Rahmen des von der Fritz-Thyssen Stiftung geförderten Projektes werden die im Museum für Anatolische Zivilisationen in Ankara ausgestellten Funde mit einem tragbaren Röntgenfluoreszenzgerät (XRF) zerstörungsfrei vor Ort analysiert, eine statistisch vertretbare Menge an Depotfunden (ca. 80 Stück) beprobt und im Labor chemisch und isotopisch analysiert. Zur Datierung der Gräber werden einige organische Funde ebenfalls untersucht. 

 

  

 

 

Die tragbaren XRF- und  micro-XRF-Geräte werden vom "Forschungszentrum für nukleare Energien, Ankara" zur Verfügung gestellt. Die Untersuchungen in Ankara werden vom Museum für Anatolische Zivilisationen sowie Zentrallabor für Konservierung in Ankara unterstützt. 

 

  

 


Latenezeitliche Eisenwirtschaft im Siegerland: Interdisziplinäre Forschungen zur Wirtschaftsarchäologie (seit 2008, DFG-Projekt). Gemeinsam mit RUB und LWL Olpe. 

 

Das Siegerland stellt die prominenteste Eisenregion der keltischen Latènekultur im Mitteleuropa dar. Nirgendwo sonst kann die spezialisierte Gewinnung eines metallischen Grundrohstoffes in solcher Deutlichkeit studiert werden. Nirgendwo ist solch eine enge räumliche Konzentration und Vernetzung zu erkennen. Der Grundrohstoff Eisen und seine gerade im Siegerland herausragend reichhaltigen und qualitätsvollen Lagerstätten erlaubten die Entwicklung einer überaus spezialisierten Produktionslandschaft, eines Montanreviers, das innerhalb der latènezeitlichen Siedlungsräume seinesgleichen sucht. 

 

Folgende Forschungsfelder werden durch interdisziplinäre Gelände- und analytische Forschungen in den Blick genommen werden: 

  • Rekonstruktion des Siegerländer Hüttenprozesses der jüngeren Eisenzeit auf Basis einer "chaîne opératoire".
  • Rekonstruktion der Strukturmerkmale im Sinne eines wirtschaftstheoretischen Idealmodells auf der Basis eines interdisziplinär erforschten Modellfalles.
  • Wirtschaftsarchäologische Evaluierung der vorrömischen Eisenwirtschaft im Siegerland als Grundlage für eine wirtschaftshistorische Deutung des archäologischen Befundes. Theoretische, archäologische und archäometrische Diskussion zum Wandel der Rohstofflandschaft.